
Anpassung an fremde Kulturen: Wie weit geht Calmy-Rey?
Das Schweizer Magazin Nebelspalter fragt:
Ist ein Kopftuch das richtige Accessoire für eine Außenministerin, die den Präsidenten eines islamischen Gottesstaates besucht? Ist ein Gasabkommen mit einem Regime, das die Juden von der Landkarte des Nahen Ostens wegradieren will, einfach nur zynisch oder schon richtig geschmacklos? Ist das eilige Anerkennen der kosovarischen Souveränität politisch klug, wenn die letztgültige Resolution der internationalen Völkergemeinschaft (Uno) Kosovo als autonomen, aber unveräußerlichen Teil Serbiens bestimmt sieht?
Was zuerst nach einem kritischen Artikel aussieht, endet in bedingungslosem Hinter-Calmy-Rey-stehen: Nach dieser Einleitung schlägt sich der Nebelspalter-Redaktor gänzlich für Calmy-Rey in die Bresche.
Die Kritik an Micheline Calmy-Reys – zurückhaltend formuliert – eigenartiger Außenpolitik sei vollkommen verfehlt, behauptet der Redaktor sogar und möchte uns erklären, warum Calmy-Reys Politik mißverstanden wird.
Hierzu führt er aus:
Das Problem liegt nicht darin, daß Calmy-Reys Außenpolitik schlecht ist, sondern, daß diese Politik nicht verstanden wird. Weder von ihren Freunden noch ihren Gegnern. Ihre Außenpolitik trägt den Lehren aus der Vergangenheit Rechnung. Mehr noch: Sie ist ihrer Zeit voraus.
Und weiter schreibt er über den Kopftuchauftritt Calmy-Reys beim Milliarden-Gasliefervertragsabschluß im Iran:
Calmy-Rey kommt also nicht zuletzt den Forderungen von rechter Seite nach, wenn sie sich im Iran den gängigen kulturellen Usanzen unterwirft und daraus mit gutem Recht für Gäste unseres Landes die gleiche Anpassungsbereitschaft einfordern kann.
Man sollte die Außenministerin also vielmehr für ihr Engagement loben statt kritisieren, wenn sie sich demnächst zum Abschluß eines ägyptischen Staudamm-Projektes, das unserer Wirtschaft Aufträge für 840 Millionen sichert, rituell beschneiden läßt.
Oder wenn sie den chinesischen Behörden zur Eröffnung einer Schweizer Textilfabrik acht (das ist die chinesische Glückszahl!) abgewiesene tibetische Asylbewerber zur unbegrenzten Organentnahme schenken wird.
Gemäß Nebelspalter-Redaktor tritt Calmy-Rey die Frauenrechte gar nicht mit Füßen, ist gar nicht doppelzüngig mit ihrer offensichtlichen Doppelmoral, sondern sie opfert sich nur auf.
Hinsichtlich Calmy-Reys Vorpreschen in der umstrittenen Kosovo-Anerkennung äußert der Redaktor:
Man sollte die EDA-Vorsteherin vielmehr unterstützen statt behindern, wenn sie in den kommenden Monaten mit der Einweihung von dutzenden weiteren Botschaften zwischen Bilbao (Baskenland), Ramallah (Palästina) oder Al-Dschunaina (Darfur) Konfliktherde anheizt und ein für alle Mal dem Recht des Stärkeren zum Durchbruch verhilft.
Hintergrund:
Weltweit sind etwa 130 Millionen Mädchen und Frauen Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung, jährlich kommen etwa 3 Millionen weitere hinzu. Die Grünen und Roten sind hier ausnahmsweise einmal mit allen anderen Parteien einer Meinung bzw. sogar ganz vorne dabei, Burkas, Kopftücher oder Genitalverstümmelungen – verharmlosend auch als Mädchenbeschneidung bezeichnet – zu bekämpfen.
Insofern darf bezweifelt werden, ob Micheline Calmy-Rey sich mit einer weiteren Anpassung – oder soll man sagen Unterwürfigkeit? – an eine andere Kultur in Form einer rituellen Beschneidung wie im obengenannten Nebelspalter-Artikel angeführt, beliebt machen würde.
Dies dürfte auch in den eigenen Reihen ähnlich schlecht ankommen wie der Kopftuchauftritt, bei dem nicht nur Schweizer Frauenrechtlerinnen ein flaues Gefühl in der Magengrube bekamen, den Kriegsmarine-Einsatz (des Binnenlandes Schweiz), gegen den Pazifisten in der SP und bei den Grünen Sturm liefen oder ähnliche medienwirksame Prestige-Inszenierungen.
Im Gegenteil: Die linken Toleranzgeiferer fordern im In- und Ausland in punkto Genitalverstümmelungen plötzlich Null-Toleranz gegenüber fremder Kultur: Grüne Null-Toleranz
Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung erklärte Verena Schäffer, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND schon 2007: “Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und muß als solche geächtet werden!”
Auch linke Frauen wollen also keine Genitalverstümmelungen hinnehmen, sich nicht verschleiern müssen oder gar Burkas tragen müssen. Auch sie wollen weiterhin das Recht haben, ihren Männern wiedersprechen zu dürfen, was ja bekanntermaßen nicht in allen Kulturkreisen erlaubt ist.
Noch ein Auszug aus dem St. Galler Tagblatt zur archaischen Tradition der Genitalverstümmelung:
Zu ihr gehören Praktiken wie die Beschneidung der Klitoris-Vorhaut, die Entfernung der Klitoris oder das Beschneiden der Schamlippen. Sie ist äußerst schmerzhaft und traumatisiert Frauen ein Leben lang – physisch und psychisch. Viel derart Verstümmelte überleben den Eingriff nicht.
Die extremste Form der Genitalverstümmelung – die Infibulation (Zusammennähen oder -heften der Schamlippen) – findet am Horn von Afrika und in Ägypten statt.
Jedoch:
In der Schweiz ist die Genitalverstümmelung übrigens sogar legalisiert worden, allerdings nur noch ab 18 Jahren. Die SVP wehrte sich hiergegen erfolglos.
Siehe auch diesen Artikel hier auf sackstark.ch.
Auszug: Zur «Verstümmelung weiblicher Genitalien» heißt es neu in Artikel 122a: «Ist die verletzte Person volljährig und hat sie in den Eingriff eingewilligt, so ist dieser straflos.» Erarbeitet hat dieses neue Gesetz eine Subkommission der nationalrätlichen Rechtskommission – unter Beizug des Bundesamts für Justiz. Die Vernehmlassungsfrist läuft heute ab.
Martin Killias, Strafrechtsprofessor und Kriminologe an der Universität Zürich sagt zur Zeitung «Sonntag»: «Ich bin schockiert! Die Praxis der sexuellen Verstümmelung wird damit nicht eingeschränkt, sondern legalisiert.» Die geplante Liberalisierung wäre «europaweit ein Sonderfall», so Killias: «Es ist absehbar, daß die neue Regelung einen regen Genitalverstümmelungs-Tourismus auslösen wird, wie bei der Sterbehilfe.»
Aber wahrscheinlich würde sich Micheline Calmy-Rey wirklich eher noch – wie der Nebelspalter schreibt – einer Genitalverstümmelung unterziehen, als daß sie mal den Mund aufmachen würde und gegen die grausame Praxis etwas sagen würde.
So ist Calmy-Rey auch – man höre und staune – gegen ein Burka-Verbot: Bericht
on Dez 16th, 2009 at 19:48
zuzutrauen wärs ihr ja noch…
on Feb 7th, 2010 at 00:28
http://www.stoehlker.ch/weblog/2010/01/06/haltung-und-wurde/
on Feb 8th, 2010 at 16:15
Wie oben schon jemand geschrieben hat: Zuzutrauen ist Calmy-Rey wohl alles. Wer mit Kopftuch in einem islamistischen Gottesstaat dem Staatspräsidenten dieses Landes den Hof macht und solche Aktionen wie hier (mit CH-Steuerzahler-Geldern) veranstaltet:
http://www.blog.zanetti.ch/?p=85
So jemand ist wohl wirklich alles zuzutrauen. Es kommen ja so gut wie fast schon täglich neue Skurilitäten aus dem EDA.
on Feb 15th, 2010 at 04:13
[...] Zuerst wirft ein deutschschweizerisches Magazin die Frage auf, ob Calmy-Rey sich im Anschluß an den Kopftuchauftritt in Teheran demnächst rituell beschneiden läßt, um sich noch mehr fremden Kulturen anzupassen (Calmy-Rey-Blog.ch berichtete). [...]
on Feb 18th, 2010 at 19:05
Es ist jeweils peinlich darauf angesprochen zu werden, ob die Calmy-Rey meine Grossmutter sei. Aber noch schlimmer ist es, wenn die Leute sagen, man hätte wirklich besser einen Härdöpfelsack statt dieses rote Genfer-Kopftuch gewählt. Billiger und besser wäre es in jeder Hinsicht gewesen. Ein Härdöpfelsack wäre einfach langsam vor sich her gefault, währenddem die Calmy-Rey noch alles schlimmer mache. Da wurde von Nieten im Ständerat und Nationalrat wirklich eine Niete gezogen.
on Jun 8th, 2010 at 09:50
Na ja einige der obigen Kommentare haben etwas “Senn-Grind-Charkter” so wie sie geschrieben sind. Ich selbst habe viel Jahre in Arabien gelebt und seit ein paar Jahren Iran beruflich regelmässig besucht.
Dass sich Calmy Rey den ortsüblichen Sitten anpasst ist ganz OK.
Was zu verlangen ist, dass sich Ausländer unseren ortsüblichen Sitten und Gebrauchen unterstellen. Punkt-aus-fertig und nicht ständig Ausnahmen mit einem riesigen Lamento fordern.
Und wem es nicht passt: sie haben unser Land gewählt legal / illegal, niemand zwingt sie zu bleiben. Ganz deutlich hat das der australische Mininsterpräsident in diesem Sinne deklariert. “adopt youself to our rules and habits or pull out as soon as possible”.
on Okt 24th, 2010 at 14:53
[...] die Schweiz je hatte, Micheline Calmy-Rey, hat auch sicher wieder Fäden gezogen (OSZE, ODIHR). Ihr Kopftuchauftritt im Iran ist ja noch in guter [...]
on Mai 1st, 2011 at 16:01
[...] Emanzentum, das sie im Inland aggressivst praktiziert) den dortigen Usancen anpaßt (siehe hier und siehe hier) , schon längst heimlich zum Islam konvertiert [...]
on Dez 30th, 2011 at 21:22
[...] Calmy-Rey, welche die Schweiz mit Eskapaden weniger drangsalierte als in den Vorjahren (siehe etwa hier oder [...]
on Feb 5th, 2012 at 16:58
Sind nicht alle geehrt wenn Gäste ihr Haupt bedecken? Warum speit ihr solche Worte?
So Jesaja spricht:
Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, so wende ich meine Augen vor euch ab; wieviel ihr auch betet – ich hör’ es nicht. Eure Hände sind des Blutes voll. Wascht euch, reinigt euch, schafft eure bösen Taten vor meinen Augen weg, hört auf zu freveln. Lernt Gutes tun, trachtet nach Gerechtigkeit, nehmt euch des Unterdrückten an, schafft der Waise Recht, führt die Sache der Witwe!
Kommt doch, laßt uns rechten! spricht der HERR. Wenn eure Sünden auch wie Scharlach sind, so sollen sie doch weiß wie Schnee erscheinen; und wenn sie rot wie Purpur wären, so sollen sie wie Wolle werden. Wenn ihr willig seid und gehorcht, so werdet ihr den Segen des Landes genießen. Widerstrebt ihr aber und seid ungehorsam, so werdet ihr vom Schwerte völlig aufgerieben; den der Mund des Ewigen hat gesprochen. (Jesaja 1, 1-20)
on Feb 10th, 2012 at 19:06
[...] Minderheiten wirklich verfolgt werden ja bekanntermaßen devot an, und nimmt beispielsweise die Kopftuch-Pflicht für Frauen [...]
on Apr 8th, 2012 at 20:26
[...] gab es FrauInnen, namentlich Calmy-Rey, welche schon mehrfach weltweit durch frauenemanzipatorische Anliegen auf sich aufmerksam …, kein Halten [...]