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De Weck wirkt offenbar schon? Tagesschau übernimmt Tamedia-Darstellung 1 zu 1

Völlig kritiklos übernimmt die Tagesschau des Schweizer Fernsehens die Darstellung der Sonntagszeitung. Diese fußt jedoch nur auf reinen Behauptungen und Meinungen (von Jean Ziegler…), Belege für die Behauptungen und Mutmaßungen fehlen völlig:

“Alt Bundesrat Pascal Couchepin und Außenministerin Micheline Calmy-Rey hätten ihren Bundesratskollegen klar informiert. Finanzminister Hans-Rudolf Merz habe demnach schon viel früher über die Pläne zur Geiselbefreiung in Libyen Bescheid gewußt, als er bis anhin zugab. Jetzt scheint Merz in Erklärungsnot”, gibt das Schweizer Fernsehen in der Tagesschau die Version der Sonntagszeitung (Tamedia) wieder und schreibt weiter:

Die Tagesschau des Schweizer Fernsehens übernimmt ohne jegliches Hinterfragen völlig kritiklos die Behauptungen und Meinungen, die in einem Artikel der Sonntagzeitung wiedergegeben werden. Wirt Roger de Weck schon, muß man sich fragen?

“Das erste Mal soll Merz von Alt Bundesrat Pascal Couchepin informiert worden sein. Dies zum Zeitpunkt, als dieser Ende 2008 sein Amt als Bundespräsident an seinen Nachfolger Hans-Rudolf Merz übergab.

Einen zweiten Hinweis soll Merz vor dem WEF (World Economic Forum) 2009 in Davos erhalten haben. Zu diesem Zeitpunkt soll ein Treffen des Bundesrats mit Ghadhafi-Sohn Saif al-Islam vorbereitet worden sein.

Das Außenministerium (EDA) mit Vorsteherin Micheline Calmy-Rey hätten Überlegungen angestellt, den Bundespräsidenten anstatt die Außenministerin zu den Gesprächen mit Saif al-Islam nach Davos zu schicken. Bei dieser Gelegenheit habe die Außenministerin ihren Bundesratskollegen über die laufenden Pläne ins Bild gesetzt.

Ganzer Bundesrat wußte Bescheid

Aus der Verantwortung ziehen können sich aber auch die anderen Bundesrätinnen und Bundesräte nicht. Die Rede ist von einem Bundesratsessen, an dem Pascal Couchepin den Gesamtbundesrat über die Befreiungspläne der beiden Libyen-Geiseln Max Göldi und Rachid Hamdani informiert habe.

Warum Hans-Rudolf Merz behauptet, von Micheline Calmy-Rey nicht informiert worden zu sein, wird mit diesen neuen Erkenntnissen immer unklarer. In Erklärungsnot kommt mit Merz auch seine Partei.”

Was das Schweizer Fernsehen nicht in der Tagesschau erwähnt: Es gibt keinen einzigen Beweis, es sind alles bloße unbelegte Theorien und Behauptungen, noch dazu von Leuten wie Hans bzw. Jean Ziegler, der seinen lukrativen Job beim Uno-Menschenrechtsrat den Interventionen von Micheline Calmy-Rey verdankt. Alles bloß Thesen und Meinungen, die die Sonntagszeitung publiziert. Zumindest bis jetzt.

Interessant in dem Sonntagszeitung-Bericht aber ist:

Zum ersten Mal seit der Rückkehr in die Schweiz äußert sich der ehemalige Schweizer Botschafter in Tripolis, Daniel von Muralt, zur Libyen-Affäre, so die Sonntagszeitung:

Laut von Muralt erreichte die Schweiz dank eines Geheimgeschäfts mit einem Ghadhafi-Vertrauten die Freilassung einer dritten Schweizer Libyen-Geisel. Zwischen ihm und seiner Chefin Micheline Calmy-Rey hätten fundamentale Meinungsverschiedenheiten bestanden. Dabei sei es um ein Angebot der Libyer für eine frühe Beilegung der Krise sowie um den Kontakt zum Ghadhafi-Sohn gegangen.

Anfang vergangenen Jahres, mitten in der Libyen-Krise, war der damalige Schweizer Botschafter Daniel von Muralt völlig überraschend in Frühpension gegangen worden. Nur wenige Monate vor seiner regulären Pensionierung.

2 Comments on “De Weck wirkt offenbar schon? Tagesschau übernimmt Tamedia-Darstellung 1 zu 1”

  1. #1 Clara
    on Jun 30th, 2010 at 17:40

    Roger de Weck scheint wirklich schon zu wirken:

    Thesenjournalismus statt objektive Berichterstattung
    von Generalsekretär SVP Schweiz Martin Baltisser

    Ein übles Stück an Thesenjournalismus hat das Schweizer Fernsehen (SF) im Rahmen der Berichterstattung über die SVP-Delegiertenversammlung vom vergangenen Samstag abgeliefert. Der Zuschauer der Tagesschau Hauptausgabe musste annehmen, dass in Delémont in erster Linie über das Stimmverhalten der Fraktion zum UBS-Staatsvertrag gestritten wurde. Die Tatsachen liegen anders. Genau zwei Voten und eine kurze Replik der Parteileitung nahmen dieses Thema auf. Diese machten keine zehn Minuten der dreistündigen Veranstaltung aus. Im Zentrum stand vielmehr eine Tour d’horizon zur EU und zur Personenfreizügigkeit sowie die Parolenfassung zur Revision der Arbeitslosenversicherung. Darüber berichtete SF freilich nicht.

    Die Redaktion der Tagesschau kam mit einer klaren Vorstellung nach Delémont. Der Beitrag über die Delegiertenversammlung sollte den Konflikt innerhalb der SVP im Nachgang zur Diskussion über das UBS-Abkommen aufwärmen und zuspitzen. Dabei sollte insbesondere eine Auseinandersetzung zwischen Deutschschweizern und Romands sichtbar gemacht werden. Dass aus dem Ablauf der Veranstaltung keine solche Storyline abzuleiten war, kümmerte die Fernsehleute nicht. Zwei Delegierte gingen in ihren kurzen Voten auf das UBS-Abkommen ein, davon einer aus der Westschweiz. Für SF Grund genug von „Rumoren, Wut und Ärger” zu sprechen. Das Fehlen von Yvan Perrin (arbeitsbedingt) und Oskar Freysinger (ferienhalber) an der Versammlung wurde als „Beweis” für die Spannungen zwischen Deutsch- und Westschweiz herbeigezogen. Kein Wort davon, dass Yvan Perrin bereits im Verlauf der letzten Woche im Rahmen einer mit Parteipräsident Toni Brunner gemeinsam durchgeführten Medienkonferenz zur Libyen-Krise angekündigt hatte, bei Bedarf noch bis Ende der Legislatur als Vizepräsident zur Verfügung zu stehen. Am Schluss des über zweiminütigen Beitrags durfte Christoph Blocher als Mitglied der Parteileitung während 11 Sekunden die Gegenthese vertreten. Einleitung der Redaktion dazu aus dem Off: „Christoph Blocher versucht den parteiinternen Konflikt schönzureden…”. Schöner wurden Berichterstattung und Kommentar wohl kaum je vermischt. Mit objektiver Information über eine Delegiertenversammlung hat dies wenig zu tun. In der Tagesschau des Westschweizer Fernsehens stand ebenfalls die interne Befindlichkeit der SVP im Zentrum, etwas ausgewogener und wenigstens mit einem minimalen Bezug zum Inhalt der Versammlung.

    Debattiert wurde in Delémont während drei Stunden auf hohem Niveau über Europa und die Arbeitslosenversicherung. Hier die Referate, für all jene, denen der Service Public von SF zur Meinungsbildung nicht ausreicht.

  2. #2 Mani Matter und Calmy-Rey: “Nackte Angst vor Repressalien” gegen Sprachwissenschaftler und ETH-Professor Roland Ris? – Calmy-Rey-Blog.ch
    on Jul 24th, 2010 at 22:33

    [...] für 84 Rappen abstimmen: So abstimmen, wie es die Sendungsleitung mutmaßlich will. Das führt im De Weck-Fernsehen eher dazu, daß man bei der Auslosung dann auch dabei ist. Gerechtigskeitsempfinden beim SF? Gleich [...]

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